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Bärlauch- der würzige Frühlingsbote

Bärlauch

Jedes Jahr, wenn sich allmählich der Frühling nähert, freue ich mich auf die nur wenige Wochen dauernde Bärlauchzeit. Beim Waldspaziergang ist der starke Knoblauchgeruch vom Bärlauch schon von weitem wahrnehmbar, noch bevor die grünen länglichen Blätter entdeckt werden können. 

Die wertvollen Inhaltsstoffe von Bärlauch

Bärlauch schmeckt nicht nur lecker, sondern er ist durch seine wertvollen Inhaltsstoffe auch sehr gesund. Im Wesentlichen sind das

Vitamin A, Vitamin B1, Vitamin C, Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Mangan, Natrium, Kobalt, Kupfer, Zink, Molybdän, Selen, Phosphor, Niacin, ätherische Öle und Chlorophyll.

Dazu kommen wie bei Knoblauch Allicin und zahlreiche Aminosäuren.

Bärlauch unterstützt daher ähnlich wie Knoblauch das Herz- und Kreislaufsystem, trägt zur Senkung von erhöhten Fett- und Cholesterinwerten bei, verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und unterstützt die Verlangsamung von Arteriosklerose. Durch den hohen Anteil an Chlorophyll in den Blättern kommt es jedoch nicht zu dem unangenehmen Geruch wie bei Knoblauch.

Im Darm wird das Wachstum von Viren und Bakterien verhindert, die die natürliche Darmflora beeinträchtigen könnten.

Durch den hohen Eisen-, Magnesium- und Chlorophyllgehalt wirkt Bärlauch außerdem blutbildend und reinigend.

Entgiftungskuren mit Bärlauch

Ein Vorteil ist, dass die Natur Bärlauch in Fülle zur Verfügung stellt und wir ihn nicht anbauen müssen. Leider ist die Sammelzeit jedoch schon im Mai wieder vorbei. Je nach Höhenlage schauen die ersten Blättchen im März oder Anfang April pünktlich zur Frühjahrs-Entschlackungskur aus der Erde heraus.

BärlauchWir finden die würzigen Bärlauchblätter an schattigen, feuchten Wiesen und Hängen an Waldrändern. Von etwa Mitte Mai bis Juni zeigen sich die weißen Blüten. Die Blätter sollten vor der Blüte geerntet werden, da dann die hervorragenden Heilwirkungen in ihnen noch konzentriert sind. Mit ihrer Entwicklung schickt die Pflanze viel von ihrer Energie in die Blüten.

Entgiftend wirkt im Bärlauch vor allem die Kombination aus Vitamin C, Chlorophyll, Schwefel und zahlreichen sekundären Pflanzenstoffen. Sie unterstützt die Ausleitung von im Körper abgelagerten Giftstoffen und Schwermetallen.

Aufgrund seines hohen Cysteinsulfoxid-Gehaltes zählt er auch zu den besten Naturantibiotika.

Die Anwendung als Entgiftungsmittel ist vor allem durch die Arbeit von Dr. Klinghardt bekannt geworden. Kombiniert mit Koriander und Chlorella-Algen hat sich Bärlauch bei der Ausleitung von Schwermetallen wie z.B. Quecksilber bewährt.

Dr. Klinghardt hat festgestellt, dass Bärlauch Schwermetalle aus dem Bindegewebe löst, so dass sie dann über die Nieren ausgeschieden werden können. Auch Chlorella-Algen lösen Giftstoffe, binden sie dann allerdings im Darm. Koriander hat ergänzend seinen Wirkungsschwerpunkt beim Entgiften des zentralen Nervensystems und der Knochen.

Die Entgiftungswirkung von Bärlauch ist sehr sanft und schonend. Dadurch ist er gut verträglich. Durch die Kombination mit Chlorella-Algen kann die Entgiftung intensiviert werden.

Während einer Frühjahrskur können wir frische kleingehackte Bärlauchblätter einfach als Würze dem Essen oder z.B. einem grünen Smoothie zugeben. So ist es ganz leicht, von den vielfältigen gesunden Inhaltsstoffen zu profitieren.

Auch Dr. Klinghardt empfiehlt, rohe Bärlauchblätter. Praktisch sind auch Bärlauchpesto (1 TL) oder Tropfen einer Bärlauch-Tinktur (8 Tropfen). Als Pesto und Tinktur konserviert können wir außerhalb der kurzen Bärlauch-Saison ebenfalls die positiven Wirkungen nutzen. Zur Verstärkung der Entgiftung bietet es sich an, dazu noch ca. 2 g Chlorella-Algen, z.B. in Form von Presslingen (ca. 5 Presslinge), jeweils zu den Mahlzeiten zu nehmen.

Rezept für eine Bärlauch-Tinktur

Zutaten 

20 g frische Bärlauchblätter
100 ml Alkohol 40%

Die frischen Bärlauchblätter werden zuerst zerkleinert und dann in ein verschließbares Gefäß gegeben. Dieses wird dann mit dem Alkohol aufgefüllt.

Der Ansatz muss nun 2 Wochen ziehen. Dabei sollte die Flasche ab und zu einmal geschüttelt werden. Nach 2 Wochen wird die Flüssigkeit durch ein sehr feines Sieb gegeben und so von den Bärlauchblättern getrennt. Die fertige Tinktur füllt man abschließend in dunkle Fläschchen. 

Nun ist die Bärlauch-Tinktur einsatzbereit und kann mit einer Dosierung von 3 x 8 – 20 Tropfen täglich zum Beispiel während einer Entschlackungskur eingenommen werden.

Bärlauch in der Küche

Wenn es frischen Bärlauch gibt, esse ich die Blätter sehr gerne einfach so wie sie sind als Brotbelag.

In den Salat gebe ich entweder die Blätter etwas kleingeschnitten hinzu oder ich mixe sie in die Salatsauce mit hinein. Das Knoblaucharoma gibt dem Salat eine feine Geschmacksnote.

Zu Teigwaren oder als Sauce zum Kartoffelauflauf eignet sich eine Mischung aus Cashewnüssen, Hefeflocken, Bärlauchblättern, Salz und Pfeffer für eine vegane Variante. Bärlauchblätter passen aber ebenso gut als Verfeinerung zu einer Käsesauce.

Bärlauchpesto

Besonders beliebt ist es, Bärlauch als Pesto zu verarbeiten. In dieser Form können wir dieses nur über wenige Wochen frisch erhältliche Wildkraut für weitere Monate haltbar machen. 

Hier sind zwei Rezepte mit einem mehr oder weniger hohen Öl-Anteil:

Bärlauchpesto 1:

150 g BärlauchblätterBärlauch
200 g Cashewkerne
150 ml Olivenöl
25 g Hefeflocken
Salz und Pfeffer

Cashewkerne, Olivenöl, Hefeflocken, Salz und Pfeffer in einer Küchenmaschine mixen, bis eine cremige Masse entsteht. Dann die Bärlauchblätter hinzugeben und noch einmal kurz mixen.

Zum Schluss eventuell mit Salz und Pfeffer nachwürzen und in Gläser abfüllen.

Bärlauchpesto 2:

150 g Bärlauchblätter
90 g Sonnenblumenkerne
90 ml Olivenöl
25 g Hefeflocken
Salz und Pfeffer

Alle Zutaten zusammen in einem Hochleistungsmixer oder einer Küchenmaschine zu einer homogenen Masse mixen.

Das fertige Bärlauch-Pesto füllt man in kleine Gläser ab. Es ist so für den Gebrauch bereits praktisch portioniert. Um eine längere Haltbarkeit zu gewährleisten, gebe ich noch etwas Olivenöl auf die Pesto-Masse, so dass sie vollständig bedeckt ist.

Konservieren von Bärlauchblättern

Weitere Möglichkeiten, um Bärlauch auch über die restlichen Monate des Jahres genießen zu können, sind die Herstellung von Bärlauch-Butter und das Konservieren von zerkleinerten Bärlauch-Blättern in Eiswürfeln.

Für Bärlauch-Butter werden zerkleinerte Bärlauch-Blätter mit Butter bzw. mit einer veganen Butter-Alternative wie bei der Herstellung von Knoblauch-Butter gemischt und nach Geschmack zusätzlich gewürzt. Um die Haltbarkeit zu verlängern, kannst du die Bärlauch-Butter auch einfrieren.

Zum Würzen von verschiedenen Speisen eignen sich zerkleinerte Bärlauchblätter, die in Eiswürfel-Förmchen gegeben und mit Wasser aufgegossen werden. Über Monate können wir so unsere Speisen mit Bärlauch-Aroma verfeinern, indem wir einfach einen oder mehrere dieser Bärlauch-Eiswürfel gegen Ende der Kochzeit hinzugeben.

Bärlauch
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