Ursprünglichkeit – Erinnerung an Zuhause

Ursprünglichkeit als Parameter für Integrität

Ursprünglichkeit zeigt sich für mich im Echten und Natürlichen. Es ist das, was einem Wesen wirklich in seiner Tiefe entspricht, weil es genau so gedacht ist. 

Aber Ursprünglichkeit hat auch mit der Herkunft zu tun. Etwas, das noch eine Verbindung oder einen Bezug zu seinem Ursprung hat, konnte mindestens etwas von seinem ursprünglichen Charakter bewahren.

Das Ursprüngliche als das Echte ist ein wichtiger Parameter für Integrität. Falsches und Künstliches täuscht etwas vor, was nicht so ist. Es kann deshalb nicht integer sein.

Ursprünglichkeit in der Natur


Die Natur mit der Tier- und Pflanzenwelt ist normalerweise sehr nah an ihrer Ursprünglichkeit. Tiere und Pflanzen Ursprünglichkeit - Erinnerung an Zuhausehaben einen ursprünglichen Plan in sich, dem sie aus ihren Instinkten bzw. ihrem inneren Bauplan heraus folgen. 

Erst wenn wir Menschen eingreifen, verlieren auch Pflanzen und Tiere ihre Ursprünglichkeit. Bei Pflanzen sehen wir das in Züchtungen, die teilweise sehr weit von der Ursprungspflanze entfernt sind. Ein Beispiel ist der Weizen. Er wurde so gezüchtet, dass das Getreide für die Massenproduktion geeignete Eigenschaften hat. Bei diesem Prozess ist der Gehalt an Gluten sehr stark erhöht worden. 

Viele Menschen spüren nun, dass Weizenbrot nicht mehr so verträglich ist. Die Inhaltsstoffe sind nicht mehr in ihrer natürlichen Balance. Die neue Zusammensetzung ist für unseren Körper nicht optimal. Besser verträglich sind nach wie vor die Urgetreide wie Urdinkel, Emmer oder Kamut, die noch mehr in ihrer Ursprünglichkeit erhalten geblieben sind.

Auch bei Tieren können wir sehen, dass ursprüngliche Instinkte verloren gehen, wenn sie als Haustiere an eher menschliche Gewohnheiten angepasst werden.

Ursprünglichkeit bei uns Menschen


Wenn wir mit unserer Geburt in dieses Leben starten, sind wir noch frei von allen Prägungen durch Familie, Erziehung, Schule, Landesgewohnheiten, Umfeld und vielem mehr. 

Ursprünglichkeit als Parameter für IntegritätNeugeborene und auch noch kleine Kinder erscheinen uns oft wie Wunder. Sie sind so echt und natürlich. Sichtbar wird dies in ihren Reaktionen, die direkt und ehrlich ihre Bedürfnisse zum Ausdruck bringen. In ihnen wird das Göttliche, das jeder von uns mitbekommen hat, so gut sichtbar. Wir können deshalb über unsere Kinder eine Ahnung bekommen, wie wir als Menschen einmal gemeint waren.  

Doch schon bald beginnt das „Lernen für das Leben“. Wir nehmen die Glaubenssätze unserer Eltern an, wir wissen, was wir tun dürfen und was nicht und wir erfahren, mit welchen Strategien wir am besten durch das Leben kommen.

Wie ursprünglich sind wir eigentlich?


  • Wieviel von unserem ursprünglichen Selbst bleibt da noch übrig?
  • Wer sind wir eigentlich?
  • Schlummert unsere Ursprünglichkeit noch irgendwo ganz tief unter vielen Schichten von Verhaltensnormen, Strategien und Vorstellungen, wie uns andere haben möchten?
  • Oder ist unser ursprünglich gemeintes Wesen bereits ganz verloren gegangen?
  • Wie können wir wieder zu unserer Ursprünglichkeit zurückfinden?

Nach meiner Wahrnehmung sind wir nicht mehr wir selbst, wenn wir uns weit von von dem entfernt haben, wie wir einmal von der Schöpfung ursprünglich gemeint waren. Wir erfüllen mehr oder weniger gut die Erwartungen von anderen. Von unserem eigentlichen Lebensweg und Lebenssinn weichen wir jedoch oft sehr weit ab. 

Leider merken wir das in der Regel nicht einmal. Es ist uns nicht bewusst, sondern geschieht einfach im Verlauf unserer Sozialisierung.

Mein persönlicher Weg zurück zur Ursprünglichkeit


Vor ein paar Jahren hat mir mein Leben das richtig deutlich vor Augen geführt. Mein Leben schien von außen betrachtet sehr gut und erfolgreich zu verlaufen. Auch ich dachte das lange. Nachdem ich dann aber aus dieser nur scheinbar heilen Welt herauskatapultiert worden bin, konnte ich auf einmal sehen, dass mein Leben fast ausschließlich aus dem Erfüllen der Erwartungen anderer an mich bestand. 

UrsprünglichkeitMit diesem Bewusstsein begann für mich eine spannende Reise zu meinen Ursprüngen. Ich merkte bald, dass noch etwas in mir schlummerte, was ich bisher kaum beachtet hatte. Trotzdem kam es mir vertraut vor. Immer mehr kamen auch Erinnerungen an Sequenzen aus meinem Leben an die Oberfläche, die scheinbar gar nichts mit meinem Leben zu tun hatten. Dementsprechend hatte ich sie jeweils in der entsprechenden Situation nicht realisiert und vor allem nicht als Hinweise erkannt.

Nach und nach habe ich immer mehr von meinem tief verborgenen ursprünglichen Ich ausgegraben. Erst in der Rückschau ist mir richtig klar geworden, wieviel Unechtes ich gezeigt habe. Meiner Umwelt hatte ich einen komplett anderen Menschen präsentiert. Trotzdem spürte ich immer in mir noch etwas anderes. Und daran konnte ich anknüpfen, um mein ursprüngliches Wesen wiederzuentdecken.

Wiederfinden der Ursprünglichkeit


Eine Möglichkeit, zu erkennen, was Ursprünglichkeit überhaupt ist, ist die Beobachtung von Kindern. Je kleiner und noch unbeeinflusster sie sind, desto natürlicher bewegen und verhalten sie sich. Die spürbare Freude und Leichtigkeit in ihrem Sein sind gute Hinweise, dass sie in ihrem Verhalten noch sehr ursprünglich sind.

Ähnliches habe ich bei so genannten geistig behinderten Menschen erlebt. Ich habe einmal in einem Behindertenwohnheim gearbeitet und diese Menschen sehr schätzen gelernt. Da gab es kein Taktieren und Überlegen wie man sich verhalten muss, um das zu erreichen und zu bekommen, was man möchte. Die Reaktionen und Emotionen sind einfach echt und entsprechen dem augenblicklichen Befinden. Genauso war es ursprünglich einmal gedacht.

Auch du kannst dich an deine Ursprünglichkeit erinnern. Schließe dazu einmal deine Augen und stelle dir vor, dass du nun wieder in der Zeit ganz am Beginn deines Lebens bist. Du wirst zum Baby, das gerade auf die Welt gekommen ist. Fühl nun einmal in dich als Baby hinein und merke dir, was du wahrnimmst. 

UrsprünglichkeitDann reist du in der Zeitlinie wieder in die Jetztzeit. Spüre jetzt wiederum in dich hinein. Nun vergleichst du Beides. Kannst du einen Unterschied wahrnehmen?

Wenn du etwas von dem Ursprünglichen zu Beginn deines Lebens in dein Bewusstsein bringen konntest, hast du die Möglichkeit, es mit in dein aktuelles Leben zu nehmen. 

Auf diese Weise kannst du immer mehr dazulernen, wie du wirklich einmal gemeint warst. Dann ist es deine Entscheidung, ob und wieviel davon du in dein Leben integrieren möchtest. 

Für mich fühlt es sich gut an, wieder zu meinen Ursprüngen bzw. zu dem, wie ich einmal gemeint war, zurückzugehen. Das ist ein Prozess, der mehr und mehr Leichtigkeit und Freude ins Leben bringt. Außerdem ermöglicht es, den echten Lebenssinn zu erkennen und die Aufgaben in dieser Welt zu erkennen und anzunehmen, für die wir hier sind.

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